Ein Narr in der Kirche – zweiter regionaler 
„Auftakt!“-Gottesdienst in Widnau
 

   
Bilder: Renato Tolfo

Am vergangenen Samstagabend erhielt die feiernde Gemeinde in der evangelischen Kapelle Widnau seltsamen Besuch. Ein Narr hatte sich in den Gottesdienst verirrt. Oder hat er sich gar nicht verirrt, ist er vielleicht ganz bewusst gekommen? Zu fröhlicher Tanzmusik von Gisela Juchli (Flöte) und Armin Sprenger (Gitarre) zog er in die Kirche ein, um hier in aller Narrenfreiheit, so manche „Alltagsmasken“ zu entlarven. Denn auch im alltäglichen Leben verstecken wir uns oft hinter Masken, stellen ein Gesicht zur Schau, das eigentlich nicht das unsere ist. Was das heissen kann, zeigten uns Präparandinnen und Präparanden aus Diepoldsau. Sie erschienen etwa als Geschäftsfrau mit dickem Terminkalender, als Muskelmann, als immer fröhliches Strahlegesicht oder als Angeber in teuren Markenkleidern. Der Narr jedoch schlich sich an sie heran uns beraubte sie ihrer „Masken“, indem er beispielsweise der Geschäftsfrau ihren Terminkalender stibitze, oder dem Muskelmann die falschen Bizeps, welche sich als aufgeblasene Ballons herausstellten, zerstach.

„Wer bin ich?“ Diese Frage blieb im Raum, nachdem die Masken gefallen waren. Anhand des 139. Psalms gingen Pfr. Jakob Bösch und Pfr. Emanuel Memminger dieser Frage nach. Vor Gott darf ich sein, wer ich bin, weil er mich mit Liebe anschaut. Mit dieser frohen Botschaft wurden die Gottesdienstbesucher mitsamt dem Narren in einen fröhlichen Fasnachtsabend hinein entlassen.

Emanuel Memminger