| Ökumenischer Anlass "Berichte aus Sibiu"
Mittwoch, 13. Februar 2008, evang. Kirchgemeindehaus Heerbrugg |
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Heerbrugg. Gut 100 Personen liessen sich von Vertretern der katholischen und der reformierten Kirche über die Erfahrungen von Sibiu informieren.
Maya Seiler
Ökumene ist auch im Rheintal ein wichtiges Thema. Das zeigte das ausserordentliche Interesse von Katholiken und Reformierten am gestrigen Podiumsgespräch in der evangelischen Kirche Heerbrugg. Die rumänische Stadt Sibiu, in Siebenbürgern gelegen, war im September 2007 Tagungsort der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung. Etwa 2000 Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen diskutierten über gemeinsame Aufgaben und die Verantwortung der Kirchen im zukünftigen Europa.
Pfarrer Jakob Bösch moderierte das Gespräch zwischen den vier St. Galler Delegierten Bischof Markus Büchel, Josef Schönauer, katholischer Spitalseelsorger, Markus Anker, evangelischer Universitätspfarrer, und Brigitte Ackermann von der evangelisch reformierten Kirche. Sibiu, welche auch Kulturhauptstadt 2007 war, empfing die Delegierten mit seinem prachtvoll renovierten historischen Zentrum. Die orthodox geprägte Stadt zeigte, dass Ökumene nicht nur eine evangelisch-katholische Angelegenheit ist, sondern alle christlichen Konfessionen betrifft. Die Begegnung mit der rumänisch-orthodoxen Kirche hinterliess denn auch bei den Delegierten einen tiefen Eindruck. Für Bischof Markus Büchel ist die Taufe das Zentrale aller christlichen Bekenntnisse. Brigitta Ackermann wurde bei der Rückkehr bewusst, wie weit die Ökumene in der Schweiz schon fortgeschritten ist. In Antwort auf die Frage, ob «Sibiu» theologisch etwas gebracht habe, wies Markus Anker darauf hin, dass sich das europäische Zentrum auch auf kirchlicher Ebene nach Osten verlagere. Die konfessionellen Unterschiede seinen mit Blick auf die Orthodoxe Kirche stärker spürbar, aber wie Josef Schönauer betonte, ging es auch in Sibiu um den gleichen Herrgott, den gleichen Christus. Die Botschaft der 3. Ökumenischen Versammlung, welche nach zähem Ringen der vielen Vertreter formuliert wurde, lautete denn auch «Das Licht Christi scheint auf alle!»
Aus dem Plenum kam gleich zweimal die Frage, was denn hier und heute das Ziel der Ökumene sei. Pfarrer Bösch nannte «Einheit in versöhnter Verschiedenheit» ein anzustrebendes Ziel. Für Markus Anker zeigte die Frage, wie weit man in der Schweiz mit der Ökumene schon gekommen sei. Bereits 1973 anerkannten der Evangelische Kirchenbund und die Schweizerische Bischofskonferenz gemeinsam die Taufe. Bischof Markus Büchel betonte, dass nach 400 Jahren erbitterter Kämpfe etwas Ungeheuers passiert sei: Man arbeite an der gemeinsamen Einheit; statt der Spaltung habe man zu einem gegenseitigen Geben und Nehmen gefunden.
Wie es zur gelebten Ökumene gehört, stand das Thema auch beim Apéro im Zentrum der Diskussion zwischen Theologen, Mitglieder von Pfarreien und Kirchenvorsteherschaften und interessierten Christen beider Konfessionen